Inhalt dieses Artikels
- So holst Du mehr aus einem Sachbuch heraus
- Lernen: Bücher, die Dein Studium direkt leichter machen
- Gewohnheiten und Fokus: Bücher für Deinen Alltag
- Persönlichkeit und Menschen: Bücher, die über das Studium hinaus wirken
- Welches Buch passt gerade zu Dir?
- Fazit: Ein Buch umsetzen bringt mehr als zehn überfliegen
Zehn Bücher für Studenten, die sich wirklich lohnen, lassen sich in drei Gruppen ordnen: Lernen („Bestnote“, „Bachelor of Time“, „Selbstbild“), Gewohnheiten und Fokus („Die 1%-Methode“, „Konzentriert arbeiten“, „Die 7 Wege zur Effektivität“, „Tools der Titanen“) sowie Persönlichkeit und Menschen („Wie man Freunde gewinnt“, „Schnelles Denken, langsames Denken“, „… trotzdem Ja zum Leben sagen“). Zu jedem Buch findest Du hier den wichtigsten Gedanken, für wen es sich lohnt und eine kleine Übung für diese Woche.
Eine Warnung vorab: Wer alle zehn in einem Semester durchliest, hat vermutlich irgendwo eine Klausur verschoben.
So holst Du mehr aus einem Sachbuch heraus
- Ein Buch nach dem anderen. Parallel lesen klingt produktiv und endet oft bei Seite 40 in drei Büchern gleichzeitig.
- Ein Satz pro Kapitel. Schreib nach jedem Kapitel auf, was Du mitnimmst. Ein Satz reicht.
- Eine Idee pro Woche. Teste genau einen Gedanken im Alltag, bevor Du den nächsten angehst.
- Erzähl davon. Wer etwas erklären muss, merkt schnell, ob er es verstanden hat.
- KI als Sparringspartner. Lass Dir zu einem Kapitel Verständnisfragen stellen und prüfe die Antworten am Text. Wie das sinnvoll klappt, steht in unserem Beitrag Lernen mit KI.
Lernen: Bücher, die Dein Studium direkt leichter machen
„Bestnote“ von Martin Krengel
Worum es geht: Ein praktischer Ratgeber für Lernstrategien im Studium. Krengel zeigt Techniken zum Lesen von Fachtexten, zum Strukturieren von Stoff und zur Prüfungsvorbereitung.
Für wen: Für Erstsemester und alle, die merken, dass ihre Lernmethoden aus der Schule an der Uni an Grenzen stoßen.
Diese Woche: Schreib vor dem Lesen eines Kapitels drei Fragen auf, die der Text Dir beantworten soll. Du liest dann gezielter und behältst mehr.
„Bachelor of Time“ von Tim Reichel
Worum es geht: Zeitmanagement speziell für Studierende. Es geht um Semesterplanung, um den Umgang mit Aufschieben und darum, Freizeit bewusst einzuplanen.
Für wen: Für Dich, wenn die Hausarbeit seit drei Wochen „ab morgen“ geschrieben wird.
Diese Woche: Plane am Sonntagabend Deine Woche in festen Blöcken: Vorlesungen, Lernzeit, Sport und mindestens ein freier Abend. Am Freitag vergleichst Du Plan und Wirklichkeit.
„Selbstbild“ von Carol Dweck
Worum es geht: Dweck beschreibt zwei Haltungen. Wer ein statisches Selbstbild hat, hält Begabung für festgelegt. Wer ein dynamisches Selbstbild hat, sieht Fähigkeiten als etwas, das durch Übung und Anstrengung wächst. Diese Haltung beeinflusst, wie Du mit Fehlern und Rückschlägen umgehst.
Für wen: Für alle, die nach der ersten schlechten Klausur denken, Statistik sei eben nichts für sie.
Diese Woche: Häng an jeden Satz, der mit „Ich kann das nicht“ beginnt, das Wort „noch“. Klingt banal und verändert erstaunlich viel.
Gewohnheiten und Fokus: Bücher für Deinen Alltag
„Die 1%-Methode“ von James Clear
Worum es geht: Kleine Verbesserungen summieren sich über die Zeit zu großen Veränderungen. Clear erklärt, wie Gewohnheiten entstehen, und gibt vier Regeln: Eine gute Gewohnheit sollte offensichtlich, attraktiv, einfach und befriedigend sein. Dazu kommt der Gedanke, Gewohnheiten an Deiner Identität auszurichten.
Für wen: Für alle, die schon dreimal mit dem Joggen angefangen haben.
Diese Woche: Koppel eine neue Gewohnheit an eine bestehende: „Nach dem ersten Kaffee lese ich zwei Seiten im Skript.“ Mach den Anfang so klein, dass er fast lächerlich wirkt.
„Konzentriert arbeiten“ von Cal Newport
Worum es geht: Im Englischen heißt das Buch „Deep Work“. Newport unterscheidet konzentrierte Arbeit an anspruchsvollen Aufgaben von oberflächlicher Arbeit wie Mails und Nachrichten. Seine These: Die Fähigkeit, sich lange auf eine Sache zu konzentrieren, wird seltener und deshalb wertvoller.
Für wen: Für alle, die beim Lernen alle paar Minuten aufs Handy schauen. Also für fast alle.
Diese Woche: Plane zwei Blöcke von 90 Minuten. Das Handy liegt in einem anderen Raum, Du arbeitest an genau einer Aufgabe. Notiere danach, was Du geschafft hast.
„Die 7 Wege zur Effektivität“ von Stephen R. Covey
Worum es geht: Ein Klassiker der Selbstführung. Covey beschreibt sieben Gewohnheiten, etwa vorausschauend und eigenverantwortlich handeln, Wichtiges zuerst erledigen und erst zuhören, bevor man selbst überzeugen will. Grundlage sind Charakter und Prinzipien.
Für wen: Für alle, die ein solides Gerüst für ihre Ziele suchen. Etwas Geduld hilft, das Buch ist dicht geschrieben.
Diese Woche: Schreib auf, was Du am Ende Deines Studiums über diese Jahre sagen können möchtest. Prüfe dann, ob Dein Wochenplan dazu passt.
„Tools der Titanen“ von Tim Ferriss
Worum es geht: Ferriss hat für seinen Podcast viele Menschen aus Sport, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst interviewt. Im Buch sammelt er ihre Routinen, Gewohnheiten und Empfehlungen, gegliedert in die Bereiche gesund, reich und weise. Die Kapitel sind kurz, man kann überall einsteigen.
Für wen: Für alle, die gern querlesen und Anregungen aus vielen Richtungen mögen.
Diese Woche: Such Dir eine einzige Routine aus dem Buch aus und teste sie sieben Tage lang als Experiment. Danach entscheidest Du: behalten oder streichen.
Persönlichkeit und Menschen: Bücher, die über das Studium hinaus wirken
„Wie man Freunde gewinnt“ von Dale Carnegie
Worum es geht: Das Buch stammt aus den 1930er Jahren und klingt im Titel nach Verkaufstrick. Im Kern geht es um Respekt: echtes Interesse an anderen, gut zuhören, Namen merken, sparsam kritisieren. Viele dieser Fähigkeiten stehen in keinem Modulhandbuch, mehr dazu in Fähigkeiten, die die Uni nicht beibringt.
Für wen: Für Erstsemester in einer neuen Stadt und alle, die vor dem ersten Praktikum stehen.
Diese Woche: Merk Dir die Namen von drei Leuten aus Deinem Seminar und sprich sie beim nächsten Mal damit an. Stell eine Frage und hör wirklich zu.
„Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman
Worum es geht: Der Psychologe und Wirtschaftsnobelpreisträger beschreibt zwei Denkweisen: ein schnelles, intuitives System und ein langsames, analytisches. Er zeigt, wo uns das schnelle Denken in die Irre führt, etwa durch Ankereffekte, Selbstüberschätzung oder zu optimistische Planung.
Für wen: Für alle, die bessere Entscheidungen treffen wollen. Besonders spannend für Wirtschaft, Psychologie, Jura und Medizin. Lies es in Etappen, es ist anspruchsvoll.
Diese Woche: Schätze, wie lange Du für eine Aufgabe brauchst, und miss dann die tatsächliche Zeit. Die Differenz zeigt Dir, wie viel Puffer Deine Planung braucht.
„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor E. Frankl
Worum es geht: Der Psychiater Frankl schildert seine Erfahrungen in Konzentrationslagern und fragt, wie Menschen selbst unter extremen Bedingungen Sinn finden. Das Buch verbindet diese Erfahrungen mit den Grundgedanken seiner Logotherapie. Es ist kurz und bewegend.
Für wen: Für alle, die sich irgendwann fragen, wofür sie das eigentlich alles machen. Es rückt auch Prüfungsstress in eine heilsame Perspektive.
Diese Woche: Schreib in einem Satz auf, für wen oder wofür Du studierst. Leg den Zettel auf Deinen Schreibtisch.
Welches Buch passt gerade zu Dir?
- Du lernst viel und behältst wenig: „Bestnote“
- Du schiebst auf: „Bachelor of Time“ oder „Die 1%-Methode“
- Du lässt Dich ständig ablenken: „Konzentriert arbeiten“
- Du zweifelst an Deiner Begabung: „Selbstbild“
- Du willst Deine Ziele ordnen: „Die 7 Wege zur Effektivität“
- Du suchst Inspiration zum Blättern: „Tools der Titanen“
- Du bist neu in der Stadt: „Wie man Freunde gewinnt“
- Du willst klarer denken: „Schnelles Denken, langsames Denken“
- Du suchst Sinn und Haltung: „… trotzdem Ja zum Leben sagen“
Fazit: Ein Buch umsetzen bringt mehr als zehn überfliegen
Such Dir das Buch aus, das zu Deinem aktuellen Problem passt, und setz eine Idee daraus wirklich um. Das verändert Dein Semester mehr als ein voller Bücherstapel auf dem Nachttisch.
Bei der HANSEA kommst Du mit Alten Herren ins Gespräch, die mitten im Berufsleben stehen. Die Frage, welches Buch sie geprägt hat, führt schnell zu Geschichten über Berufseinstieg, Entscheidungen und Umwege, die so in keinem Ratgeber stehen. Und Dein Leibbursch hat meist eine klare Meinung dazu, womit Du anfangen solltest. Wenn Du solche Gespräche selbst führen möchtest: Kennenlernen vereinbaren.
Kurz beantwortet.
Welche Bücher sollte man als Student lesen?
Welches Buch hilft gegen Aufschieben im Studium?
Lohnt sich „Die 1%-Methode“ für Studenten?
Worum geht es in „Tools der Titanen“ von Tim Ferriss?
Wie viele Bücher sollte man im Studium nebenbei lesen?
Alte Leipziger Turnerschaft im CC HANSEA zu Bielefeld. Seit 1872 ein Lebensbund aus Studierenden und Alten Herren, seit den 1970er Jahren mit eigenem Haus in Bielefeld. In diesem Ratgeber teilen wir, was wir im Studium und danach gelernt haben.
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